Aussichtsturm auf Studenec bei Ceska Kamenice

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Aussichtsturm auf dem Kaltenberg 

Aussichtsturm Kaltenberg - Studenec im Jahre 2007     Die Geschichte des Aussichtsturmes auf dem Kaltenberg ist trist. Doch dieser Gipfel ist Zeuge der Zeiten, als hunderte von Besuchern hierher täglich kamen. Noch vorher haben aber auf die Gegend die Landmesser mit ihren Instrumenten herabgeblickt, die hier einen der Stützpunkte des ländlichen Triangulierungsnetzwerkes aufbauten. Das Zeugnis davon war ein Stein mit einer gemeißelten Überschrift „Monumentum astronomico-geometricum“, der hier eine lange Zeit gesetzt war. Im neunzehnten Jahrhundert gehörte der Kaltenberg in die umfangreiche Herrschaft der Familie Kinský, die die Pflege über ihren Besitzstand besonders beachtete. Der Inhaber des Eigentums Fürst Ferdinand Kinský hielt den Gipfel für so wichtig, dass er ihn unter dem Namen Ferdinandstein in die Karten eintragen ließ. Im Jahre 1854 ließ hier Fürst Ferdinand Kinský einen Aussichtsturm aus Holz aufbauen. Mit höchster Wahrscheinlichkeit handelte es sich um die älteste, bewiesene Konstruktion dieser Art in dieser Ecke von Böhmen. Nach tradierenden Berichten war es nach Kleť in Südböhmen der älteste Aussichtsturm in Böhmen. Aber nach anderen bewiesenen Berichten gab es auf dem Böhmischen Territorium schon früher einige ähnliche Konstruktionen.  
    
Nach elf Jahren des Verkehrs musste aber die Verwaltung der Herrschaft die Konstruktion wegen ihres schlechten Zustandes niederreißen lassen. Der Chronikschreiber Ernst Vatera aus Rennersdorf schrieb darüber: „In diesem Jahre wurde der Gipfel des Kaltenberges bewaldet und die schöne Aussicht verschwand“. Der Gipfel wurde wieder lebhaft durch den Hall der Ausflügler schon im Sommer 1888. Diesmal geschah es dank dem Tetschenauer Gebirgsverein für die Böhmische Schweiz. Der Verein gehörte zu den ältesten auf dem Gebiet von Böhmen und Mähren, wenn er nicht der überhaupt älteste war. Er entstand am 25. 3. 1878 in Tetschen. Seit 1884 hatte der Verein eine Sektion in Hasel, seit 1890 in B. Kamnitz seit 1909 auch in Kaltenbach. Der Gebirgsverein hat den Kaltenberg als einen Platz für den Aufbau von seinem ersten Aussichtsturm gewählt. Es ist gediehen die Zustimmung des Inhabers des Grundstückes und auch die finanzielle Unterstützung von Tetschenauer und B. Kamnitzer Sparkassen in den Gemeinden B. Kamnitz, Kreibitz und Hasel zu gewinnen. Der Mäzen war auch der bedeutende Bürgermeister von B. Kamnitz, Unternehmer im Textile, Fabrikant Herr Franz Preidel (1810 – 1889) und weitere. Herr Franz Preidel war vom Anfang seiner erfolgreichen unternehmerischen Kariere durch sein starkes Sozialgefühl als auch Mäzen bekannt. In B. Kamnitz ließ er 1871 auf eigene Kosten ein Armenhaus im Preis von 30 000 Fl. aufbauen, seinem Heimatdorf Hasel widmete er das Schulgebäude im Wert von 10 000 Fl., weitere Gebäude im Preis von 7 000 Fl., ließ er in seinem Großgut in Líšnice im Duxbezirk aufbauen. Mehr als 60 000 fl. widmete Preidel für die Rekonstruktion von Wallfahrtmariakapelle in B. Kamnitz, deren feierliche Neueinweihung am 29. Juni 1885 durchlief. Dieses großartige Geschenk wurde sogar von dem Papst Leo XIII geschätzt. Der Papst verlieh Herrn Preidel den Orden des Gregors des Großen. Aus Preidels Kasse wurden auch regelmäßig nicht unbedeutende Geldbeträge für manche hiesige Vereine, charitative Organisationen und Stiftungen überwiesen. Preidels unternehmerische Erfolge und Verdienste waren bewertet durch die Ehrenbürgerschaft der Stadt Böhmisch Kamnitz im Jahre 1872, im Juni 1876 durch Erteilung des Franz Josef Ritterordens und im Juli 1887 sogar durch die Erhebung in den Adelsstand als Edler von Hassenbrunn. Aus dieser Ehre freute sich aber Herr Preidel nicht mehr lange. Er starb am 28. August 1889 in seinem Schloss in Čížkovice. Sein Nachlasswert war zu 15 Millionen fl. geschätzt. Als Universalerbe wurde sein Neffe Herr Emanuel Karsch, der an der Führung von Preidels Unternehmens schon zu Preidels Lebzeit teilnahm.

     Anlässlich der Weltausstellung in Paris 1890, wurde gemäß dem Projekt von A.G. Eiffels der so genannte Eifelsturm aufgebaut. Nach dem Muster vom Pariser Eiffelsturm war 1891 in Prag auf dem Petřín Hügel im Rahmen der kulminierenden Vorbereitungen für die Allgemeine ländliche Jubiläums-Ausstellung auch ein Aussichtsturm aus Metallkonstruktion aufgebaut. Sein Aufbau wurde im März 1891 begonnen und dauerte bis August desselben Jahres. In den Angebotskatalogen einiger Brückenbauanstalten oder Maschinenbaufabriken dieser Zeit konnte man Konstruktionsmuster für Aufbau von Metalltürmen - Aussichtstürmen finden.  

Auf dieser Ansichtskarte ist der im Jahre 1888 errichtete Aussichtsturm auf dem Kaltenberg zu sehen. Seine Konstruktion steht bis jetzt, ihr Bestand ist aber kritisch. Die Ansichtskarte stammt aus der Sammlung des Archiv PJT     Der Aufbau des Aussichtsturmes auf dem Kaltenberg begann schon zwei Jahre vor dem Aufbau des Eiffelturms. Der Bauträger Gustav Dittrich wollte nicht eine übliche Konstruktion des Holzaussichtsturmes bauen, aber nach dem zeitgenössischen Trend wandte er die Eisenkonstruktion an. Die Bevölkerung aus der weiten Umgebung hielt es für ihre Ehre am Transport von Materialen für die Konstruktion des Aussichtsturmes auf den Kaltenbergsscheitel teilzunehmen. Der Aufbau dauerte wenige Monate. Auf den Scheitel des Kaltenberges mussten im Frühling 1888 insgesamt 9 Tonnen Eisen transportiert werden. Während des Aufbaus wurde kein Detail einem Zufall überlassen, denn der Aussichtsturm sollte lange Zeit überwinden. Die Eisenkonstruktion wurde aus subtilen zusammengenieteten Walzprofilen erzeugt. So entstand ein 16,2 m hoher Aussichtsturm durch dessen Mitte Eisengussspiraltreppen durchgehen, die dann durch eine Aussichtsplatte abgeschlossen sind. Die Ankerung wurde durch 8 mächtige mehr als ein Meter lange und fast 4 cm dicke Bolzen gemacht. Auf die Aussichtsplatte für maximal 25 Besucher führen Treppen mit 92 Stufen mit einigen Podesten. Für all das verbuchte der Lieferant, d.h. Pražská strojírenská akciová společnost Ruston & syn (Prager maschinenbauliche Aktiengesellschaft Ruston & Sohn) ungefähr 3000 fl. Nach den unglaublichen 3 Monaten vom Anfang des Aufbaues verwirklichte man am 15. Juli 1888 eine feierliche Einweihungszeremonie des Aussichtsturmes.

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